
Ski richtig lagern: So überstehen Ihre Ski den Sommer ohne Schäden
17.10.2026 · Ski Second Hand
Die letzte Abfahrt der Saison ist gefahren, der Schnee schmilzt, und jetzt? Was in den nächsten Monaten mit Ihren Ski passiert, entscheidet darüber, ob Sie im Herbst auf gepflegtes Material steigen oder sich über rostige Kanten, ausgetrocknete Beläge und verhärtete Bindungen ärgern. Richtig eingelagert, halten gute Ski viele Jahre. Ungünstige Lagerbedingungen können Rost, Belagschäden und langfristig eine Beeinträchtigung der Fahreigenschaften begünstigen.
Wir arbeiten seit über 20 Jahren im Skihandel und sehen jedes Jahr im Herbst dieselben vermeidbaren Schäden. Hier erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Ski richtig über den Sommer bringen.
Warum die Sommerlagerung so wichtig ist
Ski sind Präzisionssportgeräte. Belag, Kanten, Bindung und Kern reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, Hitze und Vernachlässigung. Drei Probleme treten besonders häufig auf:
Kantenrost: Stahlkanten beginnen schon nach wenigen Tagen in feuchter Umgebung zu rosten. Oberflächlicher Flugrost lässt sich zwar abschleifen, frisst sich aber bei längerer Einwirkung tiefer ins Material. Die Kante wird ungleichmäßig und verliert Halt auf hartem Schnee.
Belagoxidation: Der Skibelag besteht aus Polyethylen, einem Material, das ohne Wachsschicht langsam austrocknet und grau wird. Ein ungeschützter Belag kann mit der Zeit oxidieren, grau erscheinen und seine Gleiteigenschaften verlieren.
Bindungsdegradation: Federn in Skibindungen stehen die gesamte Saison unter Spannung. Skibindungen enthalten mechanische Bauteile, deren Funktion regelmäßig überprüft werden sollte. Lassen Sie Ihre Bindung vor der nächsten Saison im Fachbetrieb kontrollieren.
Schritt für Schritt: Ski richtig für den Sommer vorbereiten
1. Gründlich reinigen und trocknen
Befreien Sie die Ski zuerst von Schmutz, Salzresten und altem Wachs. Warmes Wasser und ein weicher Lappen reichen. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, sie können den Belag angreifen. Trocknen Sie die Ski danach vollständig ab, besonders die Kanten und die Übergänge zwischen Belag und Seitenwange. Restfeuchtigkeit ist der häufigste Auslöser für Kantenrost.
2. Kanten kontrollieren und schützen
Prüfen Sie die Kanten auf bestehenden Rost und Beschädigungen. Leichten Flugrost entfernen Sie mit einem Gummistein oder feinem Schleifpapier. Tiefere Schäden gehören in den Fachservice. Ein dünner Film Kantenöl oder Wachsreste auf den Kanten schützt über den Sommer.
Wie Sie Beläge und Kanten selbst pflegen können, erklären wir in unserem Beitrag zu Ski wachsen und Kanten schleifen.
3. Lagerwachs auftragen: der wichtigste Schritt
Tragen Sie eine dicke Schicht Heißwachs auf den gesamten Belag auf. Dieses sogenannte Lagerwachs wird bewusst nicht abgezogen. Es versiegelt den Belag, schützt vor Oxidation und hält das Polyethylen geschmeidig. Universalwachs eignet sich dafür gut, Temperatur-spezifisches Wachs ist nicht nötig. Ziehen Sie das Wachs erst ab, wenn Sie die Ski im Herbst wieder aus dem Lager holen.
4. Bindungsspannung lösen
Ob Ihre Bindung für die Sommerlagerung besonders vorbereitet werden muss, hängt vom Modell und den Herstellerangaben ab. Verändern Sie die sicherheitsrelevanten Einstellungen nicht eigenständig. Der Österreichische Skiverband empfiehlt, Bindungen ohnehin vor jeder Saison professionell prüfen und einstellen zu lassen.
5. Den richtigen Lagerort wählen
Der ideale Lagerort ist trocken, kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Geeignet sind beispielsweise ein trockener Keller oder ein temperierter Abstellraum. Vermeiden Sie Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit, starker Hitze und direkter Sonneneinstrahlung.
Stellen oder legen Sie die Ski so, dass sie sich nicht verbiegen. Am besten binden Sie die Ski mit einem Skigurt an Schaufel und Ende zusammen und lagern sie liegend oder in einer Skihalterung an der Wand. Vermeiden Sie direkten Bodenkontakt in feuchten Räumen, legen Sie die Ski auf eine Unterlage oder hängen Sie sie auf.
Die häufigsten Fehler bei der Ski-Sommerlagerung
Garage oder Gartenhütte als Lager: In vielen Garagen und Nebengebäuden schwanken die Temperaturen im Sommer stark. Starke Hitze kann Materialien und Verklebungen langfristig beeinträchtigen. Lagern Sie Ihre Ski deshalb möglichst kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig bildet sich bei Temperaturwechseln Kondenswasser, pures Gift für die Kanten.
Ski ohne Stütze stehend lagern: Lehnen Sie Ski nie einfach in eine Ecke, wo sie kippen oder sich unter dem eigenen Gewicht biegen können. Lagern Sie Ihre Ski so, dass sie nicht umfallen und keiner dauerhaften, einseitigen Belastung ausgesetzt sind.
Auf das Lagerwachs verzichten: Der mit Abstand häufigste Fehler, den wir sehen. Viele Skibesitzer denken, dass sie die Ski einfach in den Keller stellen können. Ohne Wachsversiegelung trocknet der Belag über Monate aus. Im Herbst sieht er dann grau und stumpf aus, und die erste Wachsschicht dringt kaum noch ein.
Skischuhe vergessen: Auch die Skischuhe brauchen Pflege. Schnallen schließen (damit die Schale ihre Form behält), Innenschuhe herausnehmen und separat trocknen lassen. Warum gerade die Schuhe entscheidend sind, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Skischuhkauf.
Professioneller Service oder selber machen?
Die Grundschritte, Reinigen, Wachsen, Bindung entspannen, kann jeder mit etwas Übung selbst erledigen. Ein Bügelwachs-Set kostet wenig und reicht für mehrere Saisonen. Bei tiefen Belagskratzern, beschädigten Kanten oder längerer Zeit ohne Bindungsprüfung empfiehlt sich eine Kontrolle im Fachgeschäft.
Ein professionelles Sommerservice umfasst in der Regel: - Maschinenschliff für Belag und Kanten - Heißwachsversiegelung - Bindungsfunktionsprüfung nach ISO-Norm - Sichtprüfung des Skikerns auf Beschädigungen
Bei Ski Second Hand kostet das große Skiservice in Lackenhof € 39,90. Es umfasst die professionelle Aufbereitung von Belag und Kanten sowie das Wachsen. Eine Bindungsprüfung ist gesondert abzuklären.
Oder gar nicht selbst lagern: das Ötscher-Sommerschlaf-Depot
Wer keinen geeigneten Platz hat, muss nicht improvisieren. Sie können Ihre Ausrüstung an einem unserer drei Standorte für das Ötscher-Sommerschlaf-Depot abgeben und bezahlen. Die Lagerung erfolgt bis zu zehn Monate im Zentrallager Lackenhof. Das Basis-Depot kostet € 39,00, das Premium-Depot € 79,00 und enthält das große Winterservice mit Kanten, Belag und Wachsen vor der Abholung. Alle Details: Ski über den Sommer einlagern.
Im Herbst: Was Sie vor der ersten Fahrt prüfen sollten
Bevor Sie in der neuen Saison auf die Piste gehen, nehmen Sie sich eine halbe Stunde für den Ski-Check:
- Lagerwachs abziehen: Mit einer Abziehklinge das über den Sommer aufgetragene Wachs entfernen und den Belag mit einer Nylonbürste ausbürsten.
- Kanten prüfen: Fühlen Sie mit dem Fingernagel, ob die Kante noch greift. Rutscht der Nagel ab, ist ein Kantenschliff fällig.
- Belag kontrollieren: Sind neue Kratzer oder weiße Stellen sichtbar? Kleinere Macken können Sie mit einem Reparaturstick selbst füllen.
- Bindung einstellen und testen: Lassen Sie die Bindung vor der ersten Fahrt im Fachgeschäft auf Ihre aktuellen Körperdaten, Ihre Skischuhe und Ihr Fahrkönnen einstellen und überprüfen.
- Skischuhe anprobieren: Sitzen die Schuhe noch richtig? Innenschuhe können sich über den Sommer verändern, wenn sie falsch gelagert wurden.
Eine fachgerecht gewartete Ausrüstung ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf die Skisaison. Zehn Minuten Vorbereitung können einen Saisonstart ohne böse Überraschungen sichern.
Fazit
Ski richtig lagern im Sommer ist kein großer Aufwand, aber es macht einen großen Unterschied. Reinigen, wachsen, Bindung entspannen, trocken lagern. Wer diese vier Punkte beachtet, holt das Maximum aus seinem Material heraus und spart sich teure Reparaturen oder vorzeitige Neuanschaffungen. Und wer unsicher ist: Ein rechtzeitiges Skiservice kann helfen, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und die Ausrüstung für die nächste Saison vorzubereiten. Bei Ski Second Hand kostet das große Service € 39,90.
Fachliche Einordnung: Inhaber von Ski Second Hand ist Mag. Michael Nendwich, seit 2002 im Skifachhandel tätig und Bundessprecher des Sportfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich.

